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Die Kenntnis
der Wasseranalyse ist neben der Werkstoffbeschaffenheit und den Betriebsbedingungen
eine wesentliche Voraussetzung zur Beurteilung der Art und des Umfanges
von empfehlenswerten Wasser-Behandlungsmaßnahmen. Bei dem zuständigen
Wasserwerk kann man normalerweise die Wasseranalyse erhalten. Sonst analysiert
unser Labor die eingesandten Wasserproben gerne. Für alle Anwendungsgebiete
der Wasseraufbereitung stehen Fragebögen zur Angebotsausarbeitung
zur Verfügung. Folgende Wasserinhaltsstoffe sind für die Beurteilung
wesentlich:
Gesamthärte
setzt sich
aus der Karbonathärte und der Nichtkarbonathärte zusammen.
Karbonathärte
wird auch
vorübergehende oder temporäre Härte genannt und umfasst
alle an die Kohlensäure gebundenen Calcium- und Magnesium-lonen. Sie
ist für die Wassersteinbildung verantwortlich. Für die Schutzschichtbildung
ist ein Mindestgehalt von ca. 2° dKH erforderlich. Die heute gebräuchliche
Säurekapazität KS4,3 entspricht dem m-Wert und ergibt mit 2,8
multipliziert die Karbonathärte.
Nichtkarbonathärte
wird auch
"bleibende oder permanente Härte« genannt. Die Verbindung von
Calcium und Magnesium mit Salz-, Salpeteroder Schwefelsäure ergeben
Chloride Nitrate und Sulfate. In höheren Konzentrationen können
sie zu Korrosionen führen. Chloride, Nitrate und Sulfate scheiden
erst beim Verdampfen oder Verdunsten des Wassers aus.
Kohlensäure
setzt sich
aus der gebundenen -, sowie freien zugehörigen -und aggressiven Kohlensäure
zusammen. Für etwaige Schutzmaßnahmen sind nur die freie zugehörige
- und aggressive Kohlensäure von Bedeutung. Die freie zugehörige
Kohlensäure hält die Karbonathärte in Lösung. Die darüber
hinaus im Wasser vorhandene Kohlensäure greift Metalle an und wird
als aggressive Kohlensäure bezeichnet.
pH-Wert
Der pH-Wert
ist ein Maß, ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch reagiert.
Er wird durch das Verhältnis der im Wasser enthaltenen Mengen an Säuren
und Alkalien bestimmt.
pH-Wert
Neutralpunkt
ist der Idealwert.
Das Wasser befindet sich im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht.
Der pHWert-Neutralpunkt liegt z. B. bei 7,0, wenn die Karbonathärte
ca. 20° dKH beträgt. Wird der pH-Wert-Neutralpunkt unterschritten
ist aggressive Kohlensäure im Wasser vorhanden, die nicht nur eine
natürliche Schutzschichtbildung verhindert sondern gleichzeitig die
Metallwandungen angreift. Wird der pH-Wert-Neutralpunkt überschritten,
besteht im Wasser ein Kohlensäuredefizit und dasselbe neigt bereits
im Kaltwasserbereich zur Kalkausscheidung. Selbst wenn sich das kalte Wasser
im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht befindet, zerfällt das Calcium-
und Magnesium-Bikarbonat bei zunehmender Erwärmung des Wassers. Es
kommt zu Wassersteinablagerungen bei gleichzeitiger Entstehung von aggressiver
Kohlensäure. |